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  • Autor: Siegfried Mayr

PV-Strom als Mittel zur Energiewende – Vision oder Utopie

Die Energiewende ist zwar in den letzten Jahrzehnten in aller Munde, doch passiert ist leider nicht sehr viel.  Das heißt, würden wir mit gleicher Geschwindigkeit weiterbummeln, würden wir die Energiewende erst sehr spät schaffen – mit Sicherheit nicht rechtzeitig, um die beschlossenen Klimaziele zu erreichen und Klimakatastrophen unbeschreiblichen Ausmaßes zu vermeiden. Unser Planet ist in höchster Gefahr und nun gilt es gegenzusteuern. Ein Mittel dieses zu unternehmen, ist die Stromversorgung auf regenerative Energien umzustellen.

Die Situation, in der wir uns aktuell befinden, ist geprägt vom sicherlich richtigen Beschluss der Bundesregierung aus der Atomenergie bis Ende dieses Jahres auszusteigen und den Atomstrom aus unseren Netzen zu verbannen. Darüber hinaus verwenden wir in der Zukunft keine fossilen Energieträger mehr, um den CO2-Ausstoß zu stoppen.

Unser Stromverbrauch wird in den nächsten Jahren deutlich steigen, da wir nicht nur den heutigen Verbrauch für Industrie und Haushalte vollkommen auf regenerative Energien umstellen, sondern auch noch elektrische Energie für Wärmebedarf und Verkehr zur Verfügung stellen müssen.

Wenn wir bedenken, dass aktuell Hauswärme und Verkehr in Deutschland mehr CO2 verursachen als die Energiewirtschaft und in Zukunft der Wärmebedarf im Wesentlichen durch Wärmepumpen gedeckt werden wird, die mit Strom angetrieben werden, ist klar, dass der Stromverbrauch steigen wird. Selbst wenn wir uns gasbetriebener Wärmepumpen bedienen, müsste das Gas mittels Strom erst regenerativ erzeugt werden, da fossiles Gas nicht mehr in Frage kommt. Biomasse zur Beheizung von Gebäuden wird in der Zukunft wahrscheinlich ein Nischendasein führen. Durch den Verzicht von fossilen Brennstoffen wird Holz vorzugsweise in der Industrie verwendet werden, um Prozesswärme zu erzeugen. Es wäre eine Ressourcenverschwendung dieses Holz für die Gebäudebeheizung zu verbrennen um daraus 35-grädiges Vorlaufwasser für unsere Heizkreisläufe zu machen. Darüber hinaus ist es sinnvoller, Holz als nachhaltigen Baustoff in Gebäuden zu verbauen und dabei noch CO2 zu speichern. Der Import von Biomasse wird abnehmen, weil zum einen andere Länder vor der gleichen Energiewendenherausforderung stehen und das beschränkte Gut Biomasse selbst verwenden werden und zum andern, ein Abholzen von kohlenstoffspeichernden Wäldern ethisch sehr bedenklich ist.

Zusätzlich muss der Verkehrssektor mit elektrischer Energie versorgt werden. Auch hier werden nachwachsende Kraftstoffe wie Bioethanol den Bedarf nicht decken können. Die dafür benötigten landwirtschaftlichen Flächen stünden hierzulande nicht zur Verfügung. Auf gleicher Fläche kann ein Vielfaches an elektrischer Energie erzeugt werden. Darüber hinaus hätte der Anbau von Energiepflanzen stark negative Folgen auf die Biodiversität, sowie die Boden- und Wasserqualität.

Um den Energieverbrauch innerhalb der nächsten 25 Jahre regenerativ abzudecken, müssen auf dem Gebäudesektor die Gebäudehüllen deutlich verbessert werden, um den Energiebedarf auf ein Minimum zu senken. Die benötigte Restenergie muss dann regenerativen Ursprungs sein. Die Zukunft wird also deutlich elektrischer, als es die Gegenwart ist oder es die Vergangenheit jemals war. Um diesen Stromverbrauch abdecken zu können, werden PV- und Windstrom eine wesentliche Rolle übernehmen.

Der Strombedarf wird in den nächsten zweieinhalb Jahrzehnten deutlich ansteigen. Wasserkraft und Biomasse sind nur noch in sehr geringem Maß erweiterbar. Ein wesentlicher Anteil des Stroms wird dann dafür verwendet, ökologische Brennstoffe herzustellen, um noch vorhandene Verbrennungsmotoren zu betreiben. Der benötigte Kraftstoff wird vermutlich in Deutschland nicht komplett hergestellt werden können, so dass ein Teil importiert werden muss. Doch selbst in diesem Fall fällt in den Lieferländern ein hoher Strombedarf an, der wiederum erneuerbar erzeugt werden muss. Im Augenblick ist es nicht genau abzusehen, wie viel regenerativer Strom aus Windkraft und wie viel mittels Photovoltaik erzeugt wird. Eine ungefähre Aufteilung zu gleichen Teilen auf Windkraft und Photovoltaik erscheint aber durchaus realistisch.

Heute betreiben wir Photovoltaik-Anlagen zumeist auf Freiflächen, auf Scheunen und Industriegebäuden, sowie auf privaten Wohnhäusern.

Der Anteil der genutzten PV-Flächen muss enorm vergrößert werden. Das Potenzial dafür ist vorhanden. Neben den herkömmlichen Erzeugungsorten, die wir natürlich ausbauen, bieten sich beispielsweise auch Parkplätze, Bus- und Straßenbahnhaltestellen an, die wir mit PV-Flächen überbauen. So verschatten wir auch öffentliche Plätze in den Städten mit PV-Modulen. Dies hilft nicht nur der Stromerzeugung, sondern trägt auch zu einem angenehmeren Klima durch niedrigere Temperaturen in Bodennähe bei. In Anbetracht der wachsenden Urbanisierung und Konzentration des Wohnraums in den Städten ist dies ein wichtiger städteplanerischer Aspekt. PV-Anlagen können auf schrägen, sowie auf flachen Dächern und an Gebäudefassaden angebracht werden. Gerade im Zuge einer energetischen Gebäudesanierung ist eine PV-Anlage auf dem Dach oder der Fassade zu integrieren. PV-Anlagen als architektonisches Feature wurden bisher von den Architekten und Stadtplanern leider nur viel zu wenig erkannt. Module in Standardgrößen mögen für viele Architekten wegen der beschränkten optischen Gestaltungsmöglichkeiten nicht die erste Wahl sein. Doch sowohl bei Sanierungen, wie auch bei Neubauten könnten bauwerksintegrierte Module mit individuellen Größen und Farben trotz des höheren Preises interessant sein. Gerade beim Einbau in Fassadenflächen haben sie wegen der senkrechten Platzierung den Vorteil, dass sie sowohl in den Morgen- und Abendstunden, wie auch im Winter besonders effizient sind. Je nachdem wie PV-Module in Dach und Wand integriert werden, können sie dezent oder auffällig wirken. Sie können einem Gebäude ein prestigeträchtiges Aussehen oder einen bestimmten Charakter verleihen – oder einfach den Ausdruck von Moderne. Obwohl sich die meisten Gebäude zur Aufnahme von PV-Anlagen eignen, werden bisher nur wenige davon genutzt. Würden wir alle an Gebäuden geeigneten Flächen für die PV-Strom-Erzeugung nutzen, könnten wir damit den gesamten nationalen Energiebedarf decken.

Im ländlichen Bereich können PV-Anlagen als aufgestellte Freiflächenanlagen über Agrarflächen installiert werden oder an Lärmschutzwänden entlang von Straßen. Auch Braunkohlegruben bieten ein großes Flächenpotenzial das für PV-Strom erschlossen werden könnte.

Neben den beschriebenen PV-Anlagen werden Windanlagen das zweite große Standbein der regenerativen Stromerzeugung in der Zukunft sein. Weitere Windparks werden entstehen müssen – sowohl als Onshore- wie auch als Offshore-Anlagen. Beide Systeme haben Ihre Vor- und Nachteile.
Bezüglich der Windkraftwerke an Land wissen wir, dass sie verhältnismäßig einfach zu bauen sind, wenn die politischen und behördlichen Widerstände erst einmal überwunden sind. Windanlagen im Meer haben dagegen die Vorteile, dass sie pro Jahr deutlich länger und kontinuierlicher laufen. Dadurch werden die höheren Baukosten aufgewogen. Durch den gleichmäßigeren Betrieb, ist der hier erzeugte Strom auch weniger zu speichern.                             

Im Gegensatz zu Stromversorgung mit fossilen Energieträgern ist es erforderlich bei der Versorgung mit PV-Strom im Zusammenwirken mit Windstrom, und somit einem regenerativen Energiemix, mehr auf die Stabilität der Versorgung zu achten. Da wir im Allgemeinen in sonnenschwachen Wintern eine windstarke Zeit haben und in sonnenstarken Sommern eine windschwache Zeit, kommt uns hier die Natur ein großes Stück entgegen.

Insbesondere das Auseinanderklaffen der Zeiten in denen Strom erzeugt wird und in denen Strom benötigt, beziehungsweise nachgefragt wird, wird deutlich mehr ins Gewicht fallen, als in der Vergangenheit. So wird es zu hohen Stromverbräuchen gerade im Winter kommen, wenn wenig oder in manchen Fällen gar kein PV-Strom verfügbar sein wird. Eine Lastregulierung könnte über zeitaktuelle Preise stattfinden – also eine minutengenaue Preisanpassung aus Angebot und Nachfrage. Das bedeutet, dass in Zukunft Geräte, wie Waschmaschinen und Trockner dann eingeschaltet werden, wenn viel Strom verfügbar sein wird und dieser in diesem Augenblick gerade kostengünstig ist. Bei Gefriergeräten beispielsweise spielt es keine Rolle, zu welcher Tageszeit die Stromaufnahme und somit die Abkühlung stattfindet. Die Anpassung des Stromnetzes muss dahingehend erfolgen, dass in kürzester Zeit Spitzenlasten abgedeckt werden können, wo kein regenerativer Strom verfügbar ist. Eine große Bedeutung wird dem Ausbau eines Hochspannungsgleichstromnetzes zukommen, das ganz Europa verbindet und die Stromversorgung zwischen meteorologischen Hoch- und Tiefdruckgebieten ausgleicht.

So wird auch in den kommenden Jahren an allen Orten genügend Leistung für Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge bereitstehen. Parkplätze werden mit Ladestationen ausgestattet sein.

Ein Schlüsselbereich ist der Speicherausbau, den wir massiv vorantreiben werden. Dies betrifft sowohl die Kurzzeitspeicher, die tägliche Schwankungen abdecken, wie auch längerfristige Speicher, wie Stauseen oder Gaskavernen, in denen in Zukunft anstelle fossilen Erdgases erneuerbares Gas gespeichert werden wird. Die zu speichernde Energiemenge wird sich an der längst möglichen Dunkelflaute orientieren. Vorhandene Gaskraftwerke werden in Zukunft nur noch als Standby-Kraftwerke mit ökologisch erzeugtem Gas betrieben. Da der Wirkungsgrad bei der Umwandlung von regenerativem Strom in Gas und dann wieder in Strom nur bei circa 35 % liegen wird, wird der Strom aus den Standby-Gaskraftwerken verhältnismäßig teuer sein.

Um jedoch die Energieversorgung in der Zukunft auf regenerativer Basis gewährleisten zu können, brauchen wir regenerativen Strom, der zu einem sehr wesentlichen Teil aus Photovoltaik-Anlagen stammt. Hier werden wir Energieberater uns in der Zukunft wesentlich mit einbringen. Energieberatung ohne Photovoltaik-Kompetenz wird es in der Zukunft nicht mehr geben. Wie schon zuvor erwähnt, gilt es, alle heute verfügbaren Formen für die Zukunft auszuweiten – insbesondere die PV-Anlagen an den Gebäuden. Denn dieser Strom kann zu einem großen Teil direkt im oder am Gebäude verwendet werden, ohne durch Leitungsnetze zu fließen und teilweise auch ohne zwischengespeichert zu werden. Dies ist nicht nur die billigste Art regenerativen Strom zu erzeugen und zu verwenden, sie ist auch die ressourcenschonendste, und hat somit eine Schlüsselrolle. Für Eigenheimbesitzer und Gewerbetreibende ist das auch heute schon mit kaum bürokratischem Aufwand machbar. Betreiber einer eigenen PV-Anlage sind auch weitgehend frei von Strompreissteigerungen.

Leider können jedoch circa 60 % der deutschen Haushalte heute nicht von PV-Strom, der an der eigenen Immobilie erzeugt wird, profitieren. Dies betrifft Mieter und Bewohner von Wohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften. In diesem Fall herrscht nach heutiger Rechtslage keine Personenidentität zwischen dem Erzeuger und dem Nutzer des Stroms. Hier gibt es ausgesprochen große Hürden, die der Gesetzgeber den Betreibern von solchen PV-Anlagen (Mieterstromanlagen) zumutet. Das Locken für Mieterstrom mittels Mieterstromzuschlags hat leider nicht mehr als eine symbolische Bedeutung. Die bürokratischen Hindernisse sind gesetzlicher, steuerlicher und verwaltungstechnischer Art, die die Betreiber von Mieterstromanlagen großen Stromversorgern rechtlich gleichstellt. Dieser Aufwand ist heute nur für große Wohnanlagen unter Zuhilfenahme von Mieterstromdienstleistern zu bewältigen. Für kleine Wohnanlagen mit nur circa bis zu zehn Wohneinheiten werden solche Dienste nicht angeboten. Und die Vermieter sind mit der Thematik deutlich überfordert. Wie von unserem Verein seit Jahren gefordert, muss hier ein rasches politisches Umdenken stattfinden, um zum einen diese 60 % der deutschen Haushalte nicht von der Energiewende auszugrenzen, und um auch dieses Potenzial für die Energiewende zu nutzen. Gebäudeflächen für PV-Anlagen heranzuziehen ist allemal besser, als ländliche Grünflächen zu verbauen.
Weitere brache Flächen befinden sich in den Zentren vieler deutschen Städte. Es handelt sich um die Dächer von denkmalgeschützten Bauten oder von Gebäuden, die dem sogenannten Ensembleschutz unterliegen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Forderung danach Das Erscheinungsbild von Gebäuden nicht zu verändern einer Energiewende und somit dem Überleben menschlichen Lebens vorgezogen wird. Jede Epoche der Geschichte hatte ihre Entwicklungen in der Bau- und Gebäudetechnik und es wurden bestehende Gebäude der aktuellen Technik angepasst. Der traditionelle Charakter von Gebäuden kann dabei durchaus erhalten bleiben. Eine Symbiose aus Tradition und Moderne sollte als eine planerische Herausforderung betrachtet werden.
Hier herrscht also in einigen Punkten noch politischer Nachbesserungsbedarf, der schleunigst in Angriff zu nehmen ist.

Eine weitere Herausforderung, nicht nur speziell für den Ausbau der Photovoltaik, sondern für alle regenerativen Energien, wie auch der Sanierung von bestehenden Gebäuden, ist die Knappheit der Ressourcen. Diese wird nicht nur bei den zu verbauenden Komponenten, sondern auch beim Personal sehr deutlich und führt zu stark steigenden Preisen. Mit den heute verfügbaren Mitteln ist die angestrebte Energiewende schlichtweg nicht zu schaffen. Was technisch und finanziell so einfach zu stemmen scheint, droht heute schon vielerorts am Personalmangel zu scheitern. Es ist also außerordentlich wichtig, das Prestige des Handwerks deutlich zu steigen, um die Human Resources dort bereitzustellen, wo diese für unsere lebensnotwendige Energiewende dringend benötigt werden. Gutes geschultes und engagiertes Personal ist in allen Bereichen des Lebens unsere wertvollste Ressource.

Vielleicht brauchen wir eben doch ein klima-soziales Pflichtjahr, bei dem jeder Bundesbürger ein Jahr seines Lebens in den Dienst der Gesellschaft stellt und für den Klimaschutz arbeitet – natürlich bei voller Wertschätzung und ordentlicher Bezahlung – alternativ kann der Dienst im Pflegebereich möglich sein, wo die eine ähnliche Knappheit an Personal herrscht. So manch einer wird im Handwerk oder in der Pflege bleiben, wenn er den Bereich erst einmal kennengelernt und darin seine Berufung gefunden hat. 

Die Energiewende wird gelingen, wenn wir Photovoltaik und Windenergie in den Mittelpunkt der Energieversorgung rücken und wir uns aktiv an der Stromversorgung einbringen. Dies kann beispielsweise mit eigenen PV-Stromanlagen am Gebäude oder bei Windparks mittels Bürgerbeteiligung erfolgen. Am Ende steht eine Win-Win-Situation für alle – für das Bewusstsein eines jeden einzelnen, für die Gesellschaft und deren Zusammenhalt und für ein gesundes Klima.

Neustart KfW-Förderung für Neubau

Neues aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) 05.04.2022 Breaking News: Wiederaufnahme der KfW-Förderprogramme im Neubau ab 20.04.22

Neubauförderung für ener­gie­ef­fi­zi­ente Gebäude startet wieder ab 20. April

Viele warten auf Neuigkeiten zur Wiederaufnahme der Förderung von Neubauvorhaben.

Ab 20.04.2022 können neue Anträge bei der KfW für die „Effizienzhaus / Effizienzgebäude 40 (EH/EG40) – Neubauförderung mit modifizierten Förderbedingungen“ gestellt werden.

Die Neubauförderung für Wohn- und Nichtwohngebäude im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) startet damit wieder. Sie ist in dieser Form bis zum 31.12.2022 befristet. Es steht ein Budget von 1 Mrd. Euro für die Neubauförderung zur Verfügung.

Bundesminister Robert Habeck: „Ich freue mich sehr, dass die Neubauförderung mit einem Angebot für Wohn- und Nichtwohngebäude bald wieder starten kann. Damit fördern wir effiziente Neubauten. Das ist eine Maßnahme, um bei Neubauten den Energieverbrauch zu senken. Das Budget ist wie angekündigt auf eine Milliarde Euro begrenzt. Man muss sich darauf einstellen, dass diese sehr schnell ausgeschöpft sein wird. Um dennoch möglichst vielen Antragstellern eine Förderung zu ermöglichen, haben wir die Fördersätze reduziert. Auch die Förderbedingungen ändern wir: Wir beenden unter anderem einen Anachronismus und fördern künftig nicht mehr den Einbau von Gasheizungen. Das ist politisch allemal angezeigt“. Habeck machte deutlich: „Der Neustart der Neubauförderung geht mit einer schrittweisen Neuausrichtung der Neubauförderung einher. Ziel ist, diese Zug um Zug auf immer mehr Nachhaltigkeit und Effizienz auszurichten. Parallel werden wir prioritär die dringend notwendige Sanierung fördern. Sie ist enorm wichtig, um im Gebäudebereich beim Klimaschutz voranzukommen. Hier gibt es eine sehr erfreuliche hohe Dynamik, die hilft, Energie und Energiekosten zu sparen.“

Die Neuausrichtung der Neubauförderung soll in 3 Schritten erfolgen.

Schritt 1: 1 Mrd. Euro für das Programm EH 40 mit angepassten Konditionen

Schritt 1ist der ab dem 20.04.2022 erfolgende Neustart der EH-40 Neubauförderung. Das Programm EH 40 ist auf eine Milliarde Euro gedeckelt. Die Förderkonditionen werden angepasst. Vor allem werden die Fördersätze halbiert, damit angesichts des begrenzten Fördervolumens, möglichst viele Antragsteller:innen eine Förderung erhalten können. Es ist dennoch davon auszugehen, dass die Mittel sehr schnell ausgeschöpft werden.

Schritt 2: Ende des Budgets für EH40, dann Wechsel zu EH40-NH

In einem zweiten Schritt wird – im Fall der Ausschöpfung des Budgets für dieses Jahr – die Neubauförderung im Programm EH40-Nachhaltigkeit (EH40-NH) nahtlos mit anspruchsvolleren Konditionen fortgeführt. Das Programm EH40-Nachhaltigkeit ermöglicht eine Neubauförderung nur noch in Kombination mit dem Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen (QNG). Dieses Programm in Stufe 2 soll bis zum 31.12.2022 gelten. Das QNG Siegel ist bereits seit Mitte 2021 optionaler Teil der BEG-Förderung (Bonus im Rahmen dersog. „Nachhaltigkeitsklasse“ der BEG) und wird in der zweiten Stufe dann verpflichtend. Damit wird ein Signal für die Neuausrichtung auf nachhaltiges Bauen gesetzt.

Schritt 3: ab Januar 2023 Programm „Klimafreundliches Bauen“

Als dritter und finaler Schritt ist dann ab Januar 2023 ein neues umfassendes Programm mit dem Titel „Klimafreundliches Bauen“ vorgesehen. Dieses Programm entwickelt das Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen weiter und wird insbesondere die Treibhausgas-Emissionen im Lebenszyklus der Gebäude noch stärker in den Fokus stellen. Die genaue Justierung des Programmes wird noch erarbeitet.

Quelle: BMWK


06.04.22 KfW Konditionen ab 20.04.22

  • Die Förderung wird grundsätzlich ausschließlich in den Kreditvarianten 261/263 angeboten. Die Beantragung eines Zuschusses ist weiterhin für Betroffene des Hochwassers 2021 möglich und entfällt im Übrigen für die Neubauförderung.
  • Die Höhe des Tilgungszuschusses beträgt für:
    • Effizienzhaus/Effizienzgebäude 40 EE =10 %
    • Effizienzhaus/Effizienzgebäude 40 NH =12,5 %
    • Effizienzhaus 40 Plus = 12,5 %
  • Einschränkung der Wärmeerzeugung: Ab dem 20.04.2022 werden im Rahmen von Neubauvorhaben nur noch Wärmeerzeuger auf Basis Erneuerbarer Energien gefördert. Eine Effizienzhaus/Effizienzgebäude-Stufe wird auch dann erreicht, wenn der für die Wärmeversorgung des Gebäudes erforderliche Energiebedarf ganz oder teilweise durch mit Gas betriebenen Wärmeerzeugern gedeckt wird.
  • Für Betroffene des Hochwassers (gemäß Aufbauhilfegesetz) werden befristet für einen Übergangszeitraum bis einschließlich zum 30.06.2022 die Effizienzhaus-/Effizienzgebäude-Stufen 40, 40 EE, 40 NH, 55, 55 EE und bei Wohngebäuden die Effizienzhaus-Stufen 55 NH und 40 Plus mit unveränderten Fördersätzen angeboten.

(Quelle: KfW)

Mieterstrom – wesentlicher Bestandteil d. Energiewende

Komplizierte Vorschriften verhindern eine Chance für mehr Klimaschutz

Mieterstrom aus Photovoltaik ist eine kostengünstige und CO₂-neutrale Art, Strom zu erzeugen. Mieterstrom trägt zur Dezentralisierung der Stromversorgung bei. Was auf den ersten Blick logisch und vielversprechend wirkt, entpuppt sich jedoch als oftmals schwieriges und langwieriges Unternehmen. Bürokratische und steuerliche Hürden verhindern dann, dass ein wichtiger Beitrag, den auch Mieter zur Energiewende beitragen könnten, verwirklicht wird. Hier wird eine wichtige Chance für mehr Klimaschutz vertan, wenn die entsprechenden Vorschriften nicht vereinfacht werden.

Photovoltaik-Anlagen auf Dächern sind heute ein ganz gewöhnlicher Anblick. Ursprünglich wurden diese PV-Anlagen zur Einspeisung in das öffentliche Netz gebaut. Auf Grund der sinkenden Einspeisevergütung änderte sich jedoch vor einigen Jahren die Zielsetzung und die Anlagen dienen nun in erster Linie der Selbstversorgung der Haushalte. Das gewährleistet eine gewisse Autarkie in der Versorgung und garantiert einen Preis für den selbst erzeugten Strom über Jahrzehnte. Strom, der weder gespeichert noch genutzt werden kann, wird dabei meist in das Stromnetz eingespeist, wofür es noch eine Einspeisevergütung gibt, wenngleich diese auch verhältnismäßig gering ist.

Dieser beschriebene Fall trifft allerdings nur zu, wenn der Eigentümer der PV-Anlage auch der Eigentümer des Hauses ist, auf dessen Dach sich die Anlage befindet, und wenn dieser Eigentümer den Strom auch selbst nutzt. Diese Konstellation trifft jedoch bei ca. 60 % der deutschen Haushalte nicht zu. Mieter hatten bislang keine Möglichkeit, PV-Strom zu verwenden, der direkt an ihrem Gebäude erzeugt wird. Um nun diesem überwiegenden Teil der Bevölkerung eine Möglichkeit zu geben, an ihrer Immobilie Strom zu erzeugen und diesen zum größten Teil auch selbst zu nutzen, greift die Idee des Mieterstroms.

Im Normalfall wird der Vermieter eine PV-Anlage auf dem Dach seines Hauses installieren und den PV-Strom seinen Mietern anbieten. Der Vermieter wird dabei zum Stromlieferanten, da er in der Regel eine Vollversorgung für die Mieter anbietet. Er liefert dem Mieter also eine Kombination von PV- und Netzstrom an. Auch der Preis wird ein Mischpreis aus beiden Komponenten sein, der in jedem Fall unter dem Preis des lokalen Stromversorgers liegt. Jeder Mieter hat die Möglichkeit zu wählen, ob er den Strom-Mix des Vermieters kauft oder seinen Strom von einem anderen Anbieter seiner Wahl bezieht. Auch ein späterer Wechsel zum Mieterstrom oder eine Abkehr davon ist gesetzlich gewährleistet.

Sehr ähnlich kann das bei Wohnungseigentümergemeinschaften funktionieren. Sollte diese sich eine für eine gemeinsame PV-Anlage entscheiden, wäre beispielsweise die Gemeinschaft der Lieferant von Strom. In diesem Fall würde die WEG praktischerweise der Hausverwaltung oder einen anderen Dienstleister die Abrechnung erstellen lassen.

Natürlich gibt es eine Vielzahl von Varianten, wie Mieterstrom im Detail ausgestaltet werden kann. Das betrifft zum einen die technische Seite mit der Installation des geeigneten Messkonzepts für eine, wie oben beschriebene, Vollstromversorgung oder eventuell nur eine Teilstromversorgung. Zum anderen gibt es verschiedene Muster für die vertragliche Seite. In diesen wird geregelt, wer Stromverbraucher und wer Anlageneigentümer sind. Des Weiteren wird festgelegt, ob der Anlageneigentümer auch deren Betreiber ist, oder ob eventuell eine PV-Anlage technisch untergliedert und einzelne Teile an Bewohner vermietet wird.

Gerade für den Nutzer des PV-Stroms ist der Mieterstrom in den meisten Fällen außerordentlich einfach zu handhaben. Er hat lediglich einen Vertrag mit dem Versorger, welcher der Betreiber der PV-Anlage ist. Um EEG-Umlage, Steuern und die Meldepflicht der Anlage bei den erforderlichen Stellen muss sich dafür der Betreiber bzw. Eigentümer der Anlage kümmern. Die professionellen Energieberater des Deutschen Energieberater-Netzwerks bieten hier in jedem Fall eine erste Anlaufstelle.

Dank der mittlerweile niedrigen Modul- und Speicherpreise lohnt sich die Photovoltaik in nahezu jedem Fall. Der Strompreis für den selbsterzeugten Anteil ist allein durch die Anschaffung der PV-Anlage bestimmt. Der externe Netzstromanbieter kann den Preis nur für den Anteil erhöhen, den er liefert.

Überblick der wesentlichen Vorteile:
– Kostenmindernd wirkt sich ein Mieterstromzuschlag aus
– Der PV-Strom ist umweltfreundlich, weil bei der Stromproduktion keine Treibhausgase freigesetzt werden. Dies verschafft den Nutzern die Gewissheit, aktiv zur Energiewende und zum Klimaschutz beizutragen
– Enorme Mengen an Dach- und Außenwandflächen können für die Stromerzeugung genutzt werden. D. h. künftig notwendige Solarparks auf der grünen Wiese können weitgehend entfallen, was den Flächenverbrauch reduziert
– Der PV-Strom, der an der Immobilie erzeugt und genutzt wird, wird bei der energetischen Berechnung der Gebäude gemäß Energieeinsparverordnung angerechnet
– Im Rahmen der Inanspruchnahme von Förderprogrammen – beispielsweise der KfW  für Neubau und Sanierungen lassen sich bessere Effizienzklassen der Gebäude erzielen, womit die staatlichen Zuschüsse steigen.
– Interessant ist die Kombination mit dem Betrieb von Wärmepumpen oder Elektroautos. Hier lassen sich mittels selbst erzeugtem Strom die Betriebskosten deutlich senken. Ganz konkret könnte man Autostellplätze mit PV-Modulen bedecken. Bei einer Stellplatzgröße von 3 mal 6 Metern wäre es möglich, Strom für ca. 10.000 km Fahrstrecke pro Jahr für einen Elektrokleinwagen zu erzeugen.

Zurzeit sind in Deutschland PV-Anlagen mit einer Leistung von ungefähr 46.000 MW in Betrieb. Nur ca. 16 MW davon sind bei der Bundesnetzagentur als Mieterstromanlagen gemeldet. Das sind nur 0,03 % der gesamt installierten Kapazität. Aber nur mittels Mieterstrom, der übrigens auch von den Mietern gegenüber den Vermietern angeregt werden kann, ist die Energiewende bei der Stromerzeugung zu einem Bürgerprojekt geworden. Das noch nicht ausgeschöpfte Potential ist immens.

In der Vergangenheit haben die meisten umweltbewussten Bürger aus Frust vor den bürokratischen Hürden vom Mieterstrom abgesehen. Um genau diesen Frust abzubauen und auf diesem Gebiet die Energiewende zu beflügeln und den Mieterstrom zum Durchbruch zu verhelfen, will das Deutsche Energieberater-Netzwerk einen Maßnahmenkatalog erarbeiten.

Autor: Siegfried Mayr (DEN-Arbeitskreis Mieterstrom)

Probleme bei der Umsetzung

Familie Fuchs besitzt ein Mehrfamilienhaus in guter Lage in der Nähe von Nürnberg (Name und Wohnort von den Autoren geändert). Ihr Wohn- und Geschäftshaus hat insgesamt drei Wohneinheiten und ein Ladenlokal. Schon seit längerem überlegt Familie Fuchs, auf dem Dach des Hauses eine Photovoltaikanlage installieren zu lassen. Einerseits wollen die Fuchsens ihr Dach nutzen, um ökologischen Strom zu produzieren und somit selbst einen kleinen Beitrag gegen den Klimawandel beitragen, andererseits erhoffen sie sich so eine weitere Einnahmequelle Ihres Gebäudes zu erschließen.

Mehrere Fachfirmen, die Familie Fuchs bisher mit ihrem Anliegen kontaktiert hat, konnten ihr leider nicht weiterhelfen. Zu kompliziert sei derzeit die Lage beim sogenannten Thema „Mieterstrom“. Mieterstrom, das bedeutet, dass auf dem Dach eines Gebäudes eine Anlage zur Stromproduktion errichtet wird, zum Beispiel vom Hausbesitzer, der Eigentümergemeinschaft oder einer externen Betreiberfirma, die dann für die Anlage zuständig ist. Da Familie Fuchs nicht selbst in ihrem Mehrfamilienhaus wohnt, ist dies nicht möglich. Soll sich die Anlage rentieren, müssten die Mieter Familie Fuchs den Strom abkaufen und verbrauchen.

Dies kann sich für beide Seiten rentieren: Familie Fuchs verdient am Verkauf ihres Stroms und die Mieter sparen, da sie mit ihrem Vermieter einen günstigeren Strompreis vereinbart haben, als sie derzeit bei ihrem Anbieter zahlen. Dass das Ganze auch ökologisch eine runde Sache ist, ist sozusagen „das Tüpfelchen auf dem i“. Hört sich eigentlich ganz einfach an. Familie Fuchs informiert sich eingehend über dieses Thema und besorgt sich Musterverträge für Mieterstrom.

Allerdings kommen hier die ersten Schwierigkeiten auf Familie Fuchs zu: Es gibt Musterverträge für „Fremdversorgung“ und welche für „Eigenversorgung“. Diese unterteilen sich dann weiter in „PV-Strom-Lieferung (mit/ohne Speicher)“, „Gesamtstromlieferung mit PV (mit/ohne Speicher)“, „Gesamtstromlieferung in einem Haus mit PV, Speicher und/oder BHKW/Wärmepumpe“ usw.

Bleiben wir bei den beiden einfachsten Fällen: Familie Fuchs kann sich entscheiden, ob sie ihren Mietern lediglich den PV-Strom liefert, so dass die Mieter einen weiteren Stromversorger benötigen, da der auf dem Dach des Hauses produzierte Strom nicht ausreicht, alle Einheiten vollständig mit Strom zu versorgen. In diesem Fall wird Familie Fuchs ein Elektrizitätsversorgungsunternehmen ihrer Mieter. Auch ist diese Variante nur möglich, wenn die nötige Zählertechnik vor Ort verfügbar ist und der Netzbetreiber die Zulieferung durch den hinzukommenden „Versorger vor Ort“ akzeptiert. Alternativ dazu könnte Familie Fuchs ihren Mietern anbieten, die komplette Stromversorgung zu übernehmen. Auch in diesem Fall übernimmt sie die Rechte und Pflichten eines Elektrizitätsversorgungsunternehmens und kann nur in Abstimmung mit dem Netzbetreiber und dessen Genehmigung des Messkonzepts betrieben werden.

Daneben gibt es einen weiteren Fallstrick im ganzen Konstrukt Mieterstrom: In Deutschland hat jeder Bürger Wahlfreiheit, welchem Stromversorgungsunternehmen er seinen Strom abkauft. Das bedeutet: Selbst, wenn sich jetzt alle Mieter im oben geschilderten Fall dafür entscheiden, ihren Strom oder einen Teil davon von ihrem Vermieter zu beziehen, kann das im Falle eines Mieterwechsels oder in einigen Jahren ganz anders aussehen! Je weniger Strom Familie Fuchs an ihre Mieter zu einem angenommenen Preis von derzeit über 20 ct/kWh verkaufen kann, umso weniger rentiert sich ihre PV-Anlage, bis hin zu dem „Worst-Case“, dass sie ihren kompletten PV-Strom ins öffentliche Netz einspeisen muss.

Das würde für Familie Fuchs nach heutiger Gesetzeslage bedeuten, dass sie für ihren Strom lediglich 11 cent/kWh bekommen würde, das ist die aktuell auf 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung. Damit würde sich ihre PV-Anlage nicht mehr finanziell rentieren. Familie Fuchs müsste die Anlage mit Verlusten betreiben.

Dazu kommt, dass sich Familie Fuchs um die Umsatzsteuer, die Einkommensteuer, die EEG-Umlage und die Stromsteuer zu kümmern hat sowie um die Meldung der PV-Anlage bei verschiedenen Stellen.

Das Fazit: Familie Fuchs hat aus den oben geschilderten Gründen von ihrem Vorhaben abgesehen, ökologischen Strom auf ihrem Hausdach zu produzieren. Zu groß sind die Hürden, die der Gesetzgeber derzeit aufgestellt hat.

In der Vergangenheit haben die meisten umweltbewussten Bürger aus Frust vor den bürokratischen Hürden vom Mieterstrom abgesehen. Um genau diesen Frust abzubauen und auf diesem Gebiet die Energiewende zu beflügeln und den Mieterstrom zum Durchbruch zu verhelfen, will das Deutsche Energieberater-Netzwerk einen Maßnahmenkatalog erarbeiten.

Autor: Bettina Ziegler (DEN-Arbeitskreis Mieterstrom)

Das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V. ist ein Zusammenschluss von rund 700 Ingenieuren, Architekten und Technikern. Alle Mitglieder verbindet das gemeinsame Arbeitsgebiet der Beratungs- und Planungsleistungen zur effizienten Energienutzung und Einsatz von erneuerbaren Energien im Gebäudebestand, der Wohnungswirtschaft, Gewerbe und Industrie sowie für Kommunen. Ihre Beratung erbringen sie neutral und unabhängig.

Deutsches Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V.
Geschäftsstelle Frankfurt/Offenbach
Berliner Straße 257
63067 Offenbach
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www.Deutsches-Energieberaternetzwerk.de

Münchner mehrheitlich für saubere Energie

Einen herzlichen Glückwunsch an alle couragierten Münchner, die am vergangenen Sonntag für die vorzeitige Abschaltung eines Steinkohlekraftwerks der Münchner Stadtwerke gestimmt haben. Durch diese klare Entscheidung wurde wieder einmal deutlich, dass die Bevölkerung zum größten Teil von fossilen Energieträgern die Nase voll hat – selbst dann, wenn das eine Erhöhung von Strom- und Wärmekosten mit sich bringen könnte.

Es wird nun höchste Zeit, dass auch die letzten Politiker Ihr Tun am eindeutigen Volkswillen ausrichten. Das Gleiche gilt für unsere Manager in der Industrie –  beispielsweise bei den Herstellern von Verbrennungsmotoren, die sich in der Öffentlichkeit und in der Fachpresse brüsten nachhaltig zu handeln in dem sie den Ausstoß von Abgasen minimal reduzieren. CO2-neutrale Antriebe und einen deutlichen Beitrag zum Klimaschutz können so nicht erzielt werden.

Was wir brauchen sind neue, innovative und nachhaltige Energiekonzepte, die leider mit den Strukturen aus der Vergangenheit, wie sie bei unseren Energiekonzernen vorherrschen nicht geschaffen werden können. Die dafür notwendige Technologie ist weitestgehend vorhanden und die Mehrheit der Bevölkerung ist bereit diese anzuwenden. Es besteht immer noch die Hoffnung das Weltklima zu retten, wenn wir alle so entschieden handeln, wie die Münchner am letzten Wochenende.

Gemeinsam beflügeln wir die Energiewende!

Vor noch geraumer Zeit war Deutschland ein Klimapionier. Ein außerordentlich erfolgreiches Erneuerbare-Energien-Gesetz wurde verabschiedet und der Anteil der erneuerbaren Energien deutlich mehr als geplant erhöht. Doch ausgerechnet die Initiatoren der Energiewende blockieren nun in Brüssel Emissionsgrenzwerte. 

Die Verunsicherung unter Wissenschaftlern, Umweltschützern und Unternehmen ist groß. Obwohl auf weltweiten Klimakonferenzen ganz andere Ziele beschlossen werden, wächst die politische Unterstützung der fossilen Energien. Die Energiewende ist in Gefahr – oder wird vielleicht die Vorreiterschaft Deutschlands nun durch andere Staaten wahrgenommen? Möglicherweise durch China? Ist nicht die geplante Einführung der Elektro-Auto-Quote in China ein klares Indiz dafür.

Fossile Kraftstoffe zu verbrennen ist Verschwendung, da sie begrenzt sind. Es zerstört die Umwelt und verursacht einen Klimawandel, der nicht rückgängig gemacht werden kann.

Volkswirtschaftlich sind erneuerbare Energien heute schon billiger als fossile Energien. Erneuerbare Energien bringen technologische Wettbewerbsvorteile und sorgen für Wertschöpfung und Arbeitsplätze.

Wo sind denn die zukunftsfähigen Geschäftsmodelle unserer Energiekonzerne? Wurde jemals eines präsentiert. Man klammert sich an gewohnte Ressourcen und alte Strukturen und betreibt dafür aktive Lobbyarbeit.

Bringt vielleicht jeder Tag, den die Energiewende verzögert wird, Millionengewinne für die Konzerne? Schauen die Lobbyisten von Öl, Kohle, Gas und Atom nur auf ihre eigenen Gewinne? Es wäre menschlich und kurzfristig betriebswirtschaftlich auch verständlich. Doch politisch und volkswirtschaftlich ist das nicht vertretbar. Erneuerbare Energien sind: – umweltfreundlich, – langfristig billiger als fossile Energieträger, – stoppen den Klimawandel, – schaffen politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit 
– und dienen somit dem Weltfrieden.

Deswegen ist es unsere Pflicht die Energiewende zu erneut zu beflügeln.

Zu Einzelheiten dieses Themenbereichs möchte ich in nächster Zeit mehr und gezielt Stellung nehmen.
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Quizfrage

– Womit können Sie mehr Energie erzeugen – mit einem Quadratmeter Rapsfeld oder einem Quadratmeter PV-Modulfläche? 

– Anders gefragt: Würde ein Auto mit dem Kraftstoff eines Quadratmeters Rapsfeld je Erntesaison oder mit dem Strom eines Quadratmeters PV-Modulfläche pro Jahr weiter fahren können?  


Die Antwort: